bodie car BodieGeisterstädte oder auch Ghosttowns findet man gerade in den USA und dort vor allem im Westen mehr als genug. Bei den meisten von den weit über 100 Geisterstädten, ist oft nicht mehr übrig als komplett verfallene Häuser, kaputte Pferdekutschen mit zerbrochenen Wagenräder oder gar nur der Hinweis, das hier mal ‘ne Stadt war.
Die bekannteste Geisterstadt dürfte wohl Tombstone sein, obwohl diese wohl eher als Wiedergeborene Westernstadt gelten kann.
In Tombstone fand am 26. Oktober 1881 der berühmte Gunfight am OK Corral statt, wo Wyatt Earp, seine Brüder Virgil und Morgan sowie Doc Holliday ihren Showdown mit den Clanton und McLowrey Brüdern hatten.
Tom und Bill McLowrey sowie Billie Clanton, die den Kampf verloren hatten, könnt ihr auf dem Boot Hill Cemetery (Friedhof) besuchen.
Die meisten der alten Gebäude enthalten jetzt Restaurants und die Hauptstrasse wurde in ihren Zustand von 1881 wieder hergestellt, wo heute die legendäre Schießerei täglich in einer Show nachgestellt wird.

Aber hier geht es gar nicht um Tombstone (bin etwas abgedriftet) sondern um Bodie, die wohl die Bezeichnung Geisterstadt am ehesten verdient.
William Bodey hatte dort 1859 Gold gefunden, seine Familie gründete dann die Stadt Bodie und begann 1861 mit dem Goldabbau.
20 Jahre später hatte Bodie 10000 Einwohner, war somit eine der größten Städte Kaliforniens, hatte eigene Eisenbahnlinien, Zeitungen, über 50 Goldminen, Krankenhäuser, Schulen, über 65 Saloons – und sogar ein Baseball-Team, aber gleichzeitig war sie auch die wildeste und gesetzloseste Stadt dieser Zeit. Täglich geschahen Raub, Mord und Postkutschenüberfälle. Der Tagebucheintrag eines kleinen Mädchens:
Goodbye God, I am going to Bodie wurde im ganzen Wilden Westen berühmt und der Pfarrer von Bodie beschrieb seine Stadt als ein Meer von Sünde, das von den Stürmen der Wollust und der Leidenschaft gepeitscht wird.
Bis 1900 wurde in Bodie Gold im Wert von 900 Millionen Dollar gefördert.
Dies war dann auch schon der Höhepunkt von Bodie, das Gold wurde immer weniger, die Leute verließen wieder die Stadt, bis schließlich im Jahre 1930 der letzte Einwohner hinter sich das Licht aus machte.
Apropos Licht: Bodie war eine der ersten Städte im Westen der USA, die über elektrischen Strom verfügte (1882).

Heute stehen in Bodie noch etwa 170 Gebäude, was ungefähr 5% von dem ist was da mal war.
Das schöne daran ist, das seit 1962 alles so konserviert wird, wie es damals vorgefunden wurde, d.h. in der Bar stehen noch die orig. Flaschen rum, die Kirche ist noch so wie vor hundert Jahren usw.
In Bodie sucht man vergebens nach den typisch touristischen Einrichtungen und genau diese Tatsache macht Bodie zu einem faszinierenden Ort inmitten karger kalifornischer Landschaft.

Bodie liegt etwa eine halbe Stunde nördlich vom Mono Lake und dem Ostausgang des Yosemite-Nationalparks, ist aber auch über die State Road 270, die zwischen Bridgeport und dem Mono Lake beginnt, zu erreichen. Vom Highway 395 geht dann eine Schotterstraße 13 Meilen bis nach Bodie.

bodie Bodie

bodie mainstreet Bodie

bodie kirche Bodie

hier noch der GoogleEarth-Link